Die Intensivmedizin im 21. Jahrhundert fordert innovative Lösungen. Pflegekräfte verbringen 50 Prozent ihrer Arbeitszeit nicht am Patientenbett, sondern vor dem Computer. Das Startup Clinomic begegnet dem Problem mit einem Ansatz, den es so noch nie gab: an der Schnittstelle zwischen medizinischer Grundlagenforschung für die klinische Anwendung, Data Science und Computational Intelligence. “MONA ist Alexa mit einem Doktortitel”, beschreibt es CEO Lukas Martin von Clinomic. Die moderne Assistentin ist das erste technisch geprägte Produkt von Clinomic und nicht mit bisherigen Patientenmonitoren zu vergleichen. Mit künstlicher Intelligenz unterstützt das System bei der Dokumentation und Kommunikation am Krankenbett auf der Intensivstation. 

Clinomic entsteht 2019 aus einer Kooperation der RWTH Aachen sowie der Uniklinik der RWTH und verknüpft die Medizintechnik interdisziplinär mit moderner Technik. Mit Features, die man eher aus dem Consumerbereich kennt, verringert MONA den Dokumentationsaufwand, erleichtert Entscheidungen und den Alltag auf der ICU. Das Personal findet alle wichtigen Informationen und klinischen Messwerte auf einem Screen, der sich direkt am Patientenbett befindet. Die smarte Assistentin reagiert auch auf Spracheingabe, antwortet und zeigt mithilfe intelligenter Algorithmen die benötigten Informationen auf dem Bildschirm. 

Clinomic Mona

Vom Mensch zur Maschine: MONA als humanoide Assistentin

Ausgangspunkt und gestalterischer Wunsch des Kunden, ist ein humanoides und freundliches Erscheinungsbild, welches dem System eine ganz eigene Formensprache und Personalität geben soll. Zudem soll das System mit Hilfe eines justierbaren Monitorarms an der Wand befestigt werden und frei positionierbar im Raum „schweben“.

Doch muss ein AI gesteuertes System direkt an einen roboterähnlichen Assistenten erinnern oder wie ein klassischer Monitor aussehen? Unserem Team war schnell klar, dass die Lösung kein niedlicher Roboter mit menschlicher Form ist, sondern das „künstliche Intelligenz“ auch deutlich subtiler kommuniziert werden kann. Gleich zu Anfang wurde daher eine Idee erarbeitet, welche stattdessen die systematischen Abläufe im System nach außen visualisiert und für den Nutzer erlebbar macht. Mit Hilfe einer teil-transparenten Gehäuse-Front und unsichtbar integrierten LED-Elementen, erwacht die „Seele“ von MONA bei Anfragen der Nutzer mit pulsierenden Beleuchtungseffekten zum Leben und signalisiert dabei den Gerätestatus. Farbe, Licht und Bewegung sorgen somit für emotionales Feedback, Einzigartigkeit und Wiedererkennbarkeit des Produktes. 

Testimonial MONA Clinomic, Dr. Arne Peine

Arne Peine

Wir sind mit WILDESIGN gestartet, weil wir ein Medizinprodukt entwickeln wollten, ein intelligentes Assistenzsystem für die Intensivmedizin. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir einen Prototypen, aber es fehlte die finale Phase, daraus ein fertiges, ansehnliches und funktionales Produkt zu machen.

Vom ersten Moment an haben wir davon profitiert, dass WILDDESIGN den Prozess zielorientiert durchgeführt hat. Es wurde klar definiert, wann das Design fertig sein soll und in welche Richtung es geht. Wir sind absolut zufrieden und haben sicherlich mit WILDDESIGN den richtigen Partner gehabt.

Das Design ist bei MONA ganz entscheidend. MONA hat zwei Dinge, die wichtig sind: Zum einen das Einpassen in den Gesamtkontext der Intensivstation. Ein System, das sich nicht harmonisch in das Orchester der unterschiedlichsten Geräte einfügt, wird am Ende auch keinen Erfolg haben. Der zweite Punkt ist natürlich Usability. Das beste Gerät bringt nichts, wenn es nicht praktikabel gestaltet ist.

WILDDESIGN ist in der Regel sehr schnell und vor allen Dingen sind die Designer sehr erfahren. Das ist eine Kombination, die man in diesem Markt selten trifft. Es war ein erfolgreiches Projekt und wir hatten eine gute Zusammenarbeit mit WILDDESIGN. Ich glaube, dass die entsprechenden Auszeichnungen für sich sprechen, dass das offensichtlich auch ein guter Weg war.

Was war der WILDDESIGN Part?

  • Designkonzeption
  • Designentwurf
  • Prototypenkonstruktion

WILDDESIGN Team:

Benedikt Glöß, Yunhong Chen, Stefan Bruckmann, Dennis Kulage

Dennis Kulage

WILDDESIGN Ansprechpartner

Dennis Kulage, Projektleiter
Gelsenkirchen
dennis.kulage(at)wilddesign.de

Clinomic Mona

Dreh- und Angelpunkt des Bedienkonzeptes ist ein mittig zentrierter, 24-Zoll großer Touch-Screen, welcher von den integrierten Sensoren des Systems umschlossen wird. Diese Sensoren helfen MONA zu sehen, zu hören und zu sprechen.

Sehen: Mit Hilfe einer 180-Grad-Kamera wird Telemedizin zum gelebten Alltag auf der Intensivstation und unterstützt das Personal bei der internen Kommunikation und Diagnostik. Ein magnetgelagerter Shutter ermöglicht es die Kamera zu verschließen und die Privatsphäre von Patient und Personal zu wahren.

Hören: Das System versteht Stimme und Sprache des Anwenders überall im Raum – ohne dass dabei spezielle Sprachbefehle erlernt werden müssen. Eine Vielzahl von umlaufend positionierten Mikrofonen sorgt dabei für eine optimale Erkennung des gesprochenen Wortes.

Sprechen: Informationen und Antworten werden über integrierte, auf Kopfhöhe positionierte, frontale Lautsprecher ausgegeben. User erhalten direktes Feedback zu Ihren Anfragen oder werden über kritische Patientenwerte informiert.

Zu den weiteren innovativen Funktionen zählen unteranderem ein Radar, das Bewegungen im Raum erkennt, ein Sensorbereich für RFID-Technologie und eine Ambiente-Beleuchtung auf der Rückseite des Gehäuses.

Clinomic Mona
Clinomic Mona

Designentwicklung im Sprint

Auch wenn das WILDDESIGN-Team zu Beginn des Projekts im Juni 2020 einsteigt, ist die Zeit bis zur Veröffentlichung von MONA ein Sprint. In etwa einem halben Jahr entsteht das Design und die Gehäuse-Konstruktion mit zahlreichen technischen Komponenten. Der Erfolg ist auch der engen Zusammenarbeit mit den langjährigen Partnern BYTEC Medizintechnik und Canto zu verdanken, welche für die technische Entwicklung bzw. Herstellung von Prototypenteilen zuständig sind. Trotz einiger Herausforderungen wird bereits nach drei Monaten ein erster Prototyp mit Blech- und Gehäuseteilen im Rapid-Prototyping-Verfahren aufgebaut, an dem erste Tests durchgeführt und die Konstruktion überprüft werden kann. Bis Ende des Jahres werden Konstruktion und Gestaltung abgeschlossen, so dass die ersten 20 Geräte final montiert und an Krankenhäuser in ganz Europa versendet werden können. Solch ein Sprint ist nur bei guter Zusammenarbeit aller Projektpartner und einer hohen Vertrauensbasis möglich, insbesondere wenn so viele moderne Features integriert werden. Die intensive Arbeit an MONA trägt aber bereits Früchte, denn die Idee kommt bei Vertretern der Medizin-Branche und möglichen Kunden sehr gut an. Die Produktion von 200 weiteren Geräten befindet sich aktuell in Planung.
Das Team hofft außerdem auf einen red dot design award für MONA. Wir wünschen dem Gründerteam viel Erfolg und alles Gute für den Market Launch!

Clinomic Mona
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