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Warum ein internationales Designbüro im Ruhrgebiet Sinn macht?

By Markus, 02. April 2017

 

Unser Büro im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Unser Ruhrgebiets-Büro ist im Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Oft werde ich gefragt, warum wir noch in Gelsenkirchen sind. Wo wir doch mit unseren Standorten in Shanghai und München jetzt sicher bessere Möglichkeiten hätten, als hier. Letzteres könnte tatsächlich wahr sein, aber mich reizt gerade diese Diskrepanz: Kellerkind und Diva in einer Organisation, das gibt eine gute Würze. Und so ist unsere Zentrale im Ruhrpott weiterhin der Anziehungspunkt für unsere Kunden, dort sitzt die Erfahrung und dort gehen wir am tiefgreifendsten die Probleme an, die sich uns täglich stellen.

 

Aber was sind die tatsächlichen Vorteile, die wir hier haben?

Es sind tatsächlich die Probleme. Wir haben deutlich mehr Probleme hier im Ruhrgebiet als anderswo, Strukturwandel-Probleme, Probleme mit Arbeitslosigkeit, Zuwanderung, Soziale Probleme und und und. Als Gelsenkirchener kann ich „da ein Lied von singen“.

 

Welcher Mensch braucht schon Probleme?

Da kann ich nur sagen: WIR! Ohne Probleme könnten wir nicht arbeiten, würde unser Beruf keinen Sinn machen.

Innovative Produkte für morgen, Vernetzte Implantate, Serviceroboter, navigierte Chirurgische Instrumente und Point of Care Diagnostik-Systeme – als Medical Designer arbeiten wir täglich an solchen und anderen ambitionierten Projekten. Aber all diesen tollen High-Tech Projekten liegen reale Probleme von realen Menschen zu Grunde. Das dürfen wir in unserer Technik-Begeisterung nie vergessen.

 

Was taugt eine Innovation, die kein Problem löst?

Gar nichts. Probleme sind der Grundstoff, aus dem Innovationen entstehen können. Man muss nur aufhören zu jammern und die Möglichkeiten erkennen.

Darum schätze ich das Ruhrgebiet, für mich ist es quasi ein Innovationslabor mit der unmittelbaren Nähe und dem Zugang zu 5 Millionen offenen und partizipativ interessierten Menschen, mit der dichtesten Hochschul- und Forschungslandschaft in ganz Europa, und mit einer Menge an relevanten und inspirierenden Problemen. Die Malocher-Mentalität der Bergleute und Stahlarbeiter steckt noch drin und deshalb ist Problemlösung hier kein großes Thema, sondern wird tagtäglich praktiziert.

 

Anziehungskraft für Kreative

Jetzt gibt es weltweit einen Wettbewerb um die Kreative Klasse, diese jungen ungebundenen Menschen, die mittels ihrer Phantasie, ihrem Können und ihrer Motivation Neues schaffen können. So werden auch im Ruhrgebiet kreative Quartiere aufgebaut um die richtigen Umgebungsfaktoren, die richtige Atmosphäre zu schaffen. Das ist zwar ganz schön, in dieser rauen urbanen Umgebung ein bisschen Kreuzberg etablieren zu wollen – aber für mich ist das zu kurz gedacht und nicht wirklich originell. Wir haben doch den Stoff, aus dem Innovationen entstehen können bereits hier, vor unserer Nase.

Das Ruhrgebiet sollte sich als Zentrum der Problemlösung verstehen und auch so positionieren:

 

Problem gelöst – im Ruhrpott.

Als Medical Designer lösen wir täglich Probleme und die modernen Design-Methoden führen unseren Beruf immer mehr aus dem Elfenbeinturm hinaus auf die Straße. User Centered Design heißt der Ansatz mit dem wir die Probleme der Anwender und Patienten untersuchen und erforschen und mit weiteren Design-Thinking Methoden schaffen wir Lösungen.

Hunderte toller Projekte gibt es hier im Ruhrgebiet schon, die partizipativ an unseren Lebenswelten von morgen arbeiten, z.B. den Innovationsraum Ruhr der Innovationskultur durch Zusammenführen der Akteure im Gesundheitswesen zum Ziel hat, oder das Quartiersnetz Projekt in dem es um selbstbestimmtes Leben im Alter geht – aber es könnte noch deutlich mehr Zusammenarbeit geben…

Wir arbeiten dran. Im Ruhrgebiet.

 

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Markus

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Markus schreibt über Design- und Innovationsmanagement, Kreativitätsmethoden, Medical Design und Intercultural Branding. Mehr über...

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